Grippearten ab 1918

Spanische Grippe

Die Spanische Grippe war eine Pandemie, die durch einen ungewöhnlich virulenten Abkömmling des Influenzavirus (Subtyp A/H1N1) verursacht wurde und zwischen 1918 und 1920 mindestens 17 - 25 Millionen, nach einer Bilanz der Fachzeitschrift Bulletin of the History of Medicine vom Frühjahr 2002 sogar knapp 50 Millionen forderte. Eine Besonderheit der Spanischen Grippe war, dass ihr vor allem 20- bis 40-jährige Menschen erlagen, während Influenzaviren sonst besonders Kleinkinder und alte Menschen gefährden. Ungeachtet des irreführenden Namens, der auf zeitgenössische Zeitungsmeldungen zurückgeht, gehen die meisten Wissenschaftler heute davon aus, dass die Pandemie ihren Ursprung in den USA hatte. Varianten des Subtyps A H1N1 verursachten 1977/1978 den Ausbruch der Russischen Grippe und 2009 der „Schweinegrippe“-Pandemie.

Die Spanische Grippe trat in drei Wellen auf: im Frühjahr 1918, im Herbst 1918 und in vielen Teilen der Welt noch einmal 1919. Die erste Ausbreitungswelle im Frühjahr 1918 wies keine merklich erhöhte Todesrate auf. Erst die Herbstwelle 1918 und die spätere, dritte Welle im Frühjahr 1919 waren mit einer außergewöhnlich hohen Letalität verbunden. Zum Höhepunkt der „Herbstwelle“ schätzten die preußischen und die Schweizer Gesundheitsbehörden, dass zwei von drei Bürgern erkrankt waren. Ab Herbst/Winter 1918 starben weltweit zwischen 25 Millionen und 50 Millionen Menschen. Damit starben an der Spanischen Grippe mehr Personen als im Ersten Weltkrieg. Die genaue Zahl lässt sich nicht mehr ermitteln, da auch entlegene Regionen davon betroffen waren und in Ländern wie etwa Russland aufgrund der Nachkriegswirren die Zahl der an der Grippe Verstorbenen nicht zuverlässig erfasst wurde. Die US-amerikanische Armee verlor etwa so viele Infanterie-Soldaten durch die Grippe wie durch die Kampfhandlungen während des Ersten Weltkrieges. Allein in Indien sollen mehr als 17 Mio. Menschen an der Spanischen Grippe gestorben sein, was durch die nachfolgende Volkszählung von 1921 gut belegt erscheint. Die Zeitspanne von nur einem Jahr für das Auftreten von drei pandemischen Wellen ist eine Besonderheit der Spanischen Grippe. Bei anderen Influenza-Pandemien, wie 1889/90, wurden Abstände von acht bis neun Monaten zwischen den einzelnen Wellen beobachtet. Die Ursache dieser „komprimierten“ Wellen ist unklar. Zahlreiche anekdotische Berichte sowie statistische Daten aus Spanien weisen darauf hin, dass Menschen, die während der ersten Welle erkrankt waren, in der zweiten Welle einen relativen Schutz gegen eine erneute Erkrankung genossen.

Die Letalität dieser Form des Influenzavirus bleibt unklar, da es keine exakten Daten zur Zahl der Erkrankten gibt; sie wird deutlich höher als 2,5 % vermutet. Andere Influenza-Pandemien wiesen eine Letalität unter 0,1 % auf.

Asiatische Grippe 1957/1968

Die Asiatische Grippe war nach der Spanischen Grippe die zweitschlimmste Influenza-Pandemie des 20. Jahrhunderts. Sie wurde durch das Influenzavirus A/Singapore/1/57 (H2N2) ausgelöst. Die Asiatische Grippe brach 1957 aus und hatte ihren Ursprung vermutlich in der Volksrepublik China. Ihr fielen 1957 und 1958 weltweit Schätzungen zufolge eine bis zwei Millionen Menschen zum Opfer. Die Asiatische Grippe wurde von einem Virus-Subtyp ausgelöst, der aus einer Kombination von einem menschlichen mit einem Geflügelpestvirus entstanden war (Antigenshift).

A/H2N2 war leicht von Mensch zu Mensch übertragbar und verursachte bis 1968 alljährlich weitere Influenza-Infektionen. Danach wurde H2N2 vom Subtyp A/H3N2 „abgelöst“; A/H3N2 verursachte die als Hongkong-Grippe bezeichnete Pandemie in den Jahren 1968 und 1969. 2005 kam es in den USA zu einem Zwischenfall, als H2N2-Virusproben versehentlich an mehrere Labors verschickt wurden, was jedoch zu keinen neuerlichen Infektionen führte.

Schweinegrippe 2009

Pandemie H1N1 2009/10 wurde das globale Auftreten von Influenza-Erkrankungen bezeichnet, die durch eine im Jahr 2009 entdeckte Influenzavirus-Variante des Subtyps A(H1N1) (A/California/7/2009 (H1N1)[1] und weiteren mit diesem genetisch eng verwandten Subvarianten[2]) hervorgerufen wurde. Die Erkrankung wurde umgangssprachlich häufig als Schweinegrippe, von offiziellen Stellen eher als Neue Grippe bezeichnet. Der Virus-Subtyp wurde erstmals Mitte April 2009 bei zwei Patienten gefunden, die Ende März unabhängig voneinander in den USA erkrankt waren. Eine weitere Suche zeigte zunächst eine Häufung solcher Krankheitsfälle in Mexiko und Hinweise auf eine Verschleppung der Viren über die Landesgrenzen nach Norden.

Ende April 2009 warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor der Gefahr einer Pandemie, das heißt vor einer weltweiten Verbreitung. Anfang Juni 2009 wurden die wachsenden und anhaltenden Virus-Übertragungen von Mensch zu Mensch von der WHO als Pandemie eingestuft. Die WHO hatte jedoch bereits Mitte Mai bekannt gegeben, dass die Kriterien für die Ausrufung einer Pandemie angesichts der geringen Pathogenität des H1N1-Virus überarbeitet werden sollten. Die enorme Aufmerksamkeit und der Umfang der getroffenen Maßnahmen lag darin begründet, dass ein früherer H1N1-Subtyp die Influenza-Pandemie von 1918/19 (die Spanische Grippe) verursacht hatte.

Im August 2010 hat die WHO die Phase der Pandemie für die „Schweinegrippe“ für beendet erklärt. Während der Pandemiephase waren in Labors von insgesamt 214 Staaten und Überseegebieten Fälle von Infektionen mit H1N1 bestätigt worden. Bei 18.449 Todesfällen wird von einem Zusammenhang mit der H1N1-Infektion ausgegangen. In Mexiko waren die Gesundheitsbehörden auf den Beginn der Epidemie aufmerksam geworden, nachdem es zu einer Häufung von Die Letalitätsrate betrug etwa 0,4 % (saisonale Grippe: 0,1 %).

Für die Epidemie in Mexiko ergab sich eine Basisreproduktionszahl zwischen 1,4 und 1,6, das heißt: 1 Infizierter steckte im Durchschnitt 1,4 bis 1,6 andere Menschen an. Genetische Vergleiche von Virusisolaten unterschiedlicher regionaler Herkunft[19] sind repräsentativer, sie ergaben eine Basisreproduktionszahl von 1,2 und wiesen zudem auf einen letzten gemeinsamen Vorfahren zwischen November 2008 und Januar 2009 hin.

Obige Arbeit[14] relativierte die alarmierende Aussage der ersten Pressekonferenz der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention, die neue Virusvariante ginge auch auf aviäre Influenzaviren zurück, was sie in die Nähe von als gefährlich angesehenen Erregern der Vogelgrippe H5N1 rückte (siehe auch Influenza-A-Virus H5N1).

So gab es in Australien statt der gewöhnlich 2000 bis 3000 Todesopfer durch die saisonale Influenza nur etwa 190 Todesopfer sowie – als Folge der Influenzapandemie – 189 weitere nachgewiesene Todesfälle. Ein auffälliger Unterschied zwischen H1N1-Todesfällen und Toten der saisonalen Grippe war das Alter: Die an der „Neuen Grippe“ Verstorbenen waren in Australien durchschnittlich 53 Jahre alt, die an der saisonalen Grippe Verstorbenen 83 Jahre.

Angesichts der geringen Pathogenität zögerte die WHO allerdings bis zum 11. Juni 2009 und kündigte zugleich an, die Kriterien für die Pandemiephasen erneut zu überarbeiten.

Vogelgrippe

Vogelgrippe H7N9 ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Viruserkrankung der Vögel, hervorgerufen durch das Influenza-A-Virus H7N9 (auch A/H7N9), das heißt durch einen Subtyp des Influenzavirus, der insbesondere bei Hühnervögeln vorkommt. Eine niedrigpathogene, reassortierte Variante des Virus führte – vermutlich erstmals im Februar 2013 – in der Volksrepublik China zu Infektionen beim Menschen; seit 2017 sind aus China auch hochpathogene Varianten bekannt.

In jüngerer Zeit wird die Bezeichnung „Vogelgrippe“ im populärwissenschaftlichen Gebrauch vor allem für jene Unterformen der Erkrankung verwendet, die – wie auch im Falle der Vogelgrippe H5N1 – vom Tier auf den Menschen übergegangen sind.

 

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