Corona Rückblick Dezember 2020

 

Inhaltsangabe:

1. Die Quintessenz der Corona Krise aus Sicht der Praxis am Wasserturm Dr. Peter Germann
2. Zusammenfassung
3. Coronafälle in meiner eigenen Praxis
4. Beobachtungen aus meiner Praxis
5. Corona in Deutschland
6. Corona Impfungen


7. Beobachtungen zum 03.01.2021

 

1. Die Quintessenz der Corona Krise aus Sicht der Praxis am Wasserturm Dr. Peter Germann

Aufgrund der explodierenden Zahlen, den aktuellen Bestimmungen der Corona Impfung, der Angst wegen erhöhter Ansteckungs- und Todesraten weltweit, der vielen unterschiedlichen Aussagen und Meinungen, hatte ich über 30 Seiten für einen Corona Rückblick im Dezember zusammengetragen.

Das ist einfach zu viel. Deshalb erschien es mir sinnvoller, eine Quintessenz für den Januar 2021 auf Grundlage meines Corona Rückblicks vom Dezember 2020 zu schreiben.
Allerdings schlittere ich wegen vieler Fakten und Ungereimtheiten immer wieder in die eiskalten Fluten der Nachrichten.

 

2. Zusammenfassung

Thomas Hobbes, geb. 1588, schrieb, wirkliches Wissen entstehe ja nicht durch Lesen von Büchern, sondern durch Beobachtung der Wirklichkeit.

Es fällt sehr schwer, bei der Masse an Informationen bezüglich Corona den Überblick zu behalten, sich das Wichtigste als Arzt und dasjenige als Mensch heraus zu holen und – keine Angst zu bekommen.

Wir alle werden buchstäblich mit Zahlen bombardiert, die je nach Grundeinstellung genutzt werden können. Diejenigen, die Angst verbreiten und diejenigen, die verharmlosen möchten, alle finden ihre Zahlen und meinen, es sei die Wahrheit.

Aber die Wahrheit ist die Gesamtheit der Erscheinungen, nicht einzeln heraus gepickte Informationen.

Die Menschen, die mit Mut und Risikobereitschaft ausgestattet sind, womöglich auch noch recht wenig Krankheiten (körperlich und psychisch) durchmachen mussten, können die Panikmache absolut nicht verstehen.

Und je wissender man ist, um so fragwürdiger werden manche Maßnahmen aufgefasst.

Dagegen leiden eher angstbesetzte Menschen unter der Bedrohung, die immer näher an sie herankommt und setzen alles daran, sich zu schützen, auch bei Einschränkung von Freiheiten.

Zwischen diesen Polaritäten befinden sich sehr viele Menschen mit Unsicherheiten und mit Resignation. „Wir können es sowieso nicht ändern“, könnte diese Gruppe von Menschen als Wahlspruch nehmen.

Auch Ärzte verhalten sich unterschiedlich:
Da gibt es die Ärzte, die in der Praxis alles hermetisch abriegeln, um zu signalisieren, alles getan zu haben, um eine Praxisschließung zu verhindern oder auch einer Verbreitung vorzubeugen.

Andere sind zuversichtlicher und scheinen zu erkennen, dass die Pandemie in den Griff zu bekommen ist. Denn zu Zeiten von Influenza, Noroviren oder Campylobacter gab es auch keine besonderen Vorkehrungen, obwohl dabei auch viele Menschen in Altersheimen, Krankenhäusern oder Einrichtungen starben.

 

3. Coronafälle in meiner eigenen Praxis

Insgesamt kann ich aus meiner Praxis heraus deklarieren, dass in nunmehr 9 Monaten 10 Patienten an SARS-CoV-2 erkrankt sind. Davon 2 Patienten im März und 8 Patienten von Oktober bis Dezember 2020. Ausschließlich sie waren positiv getestet.

Niemand sonst war positiv ohne Krankheitssymptome!

Alle anderen ungefähr 300 Patienten zeigten bei einem Abstrich ein negatives Ergebnis.

Grob überschlagen waren also 10 Patienten von 300 Getesteten krank, also eine von 30 Personen, das entspricht 3,3 %.

Von ihnen musste ein Patient intensiv versorgt werden. Er konnte sich absolut nicht erklären, wo er sich mit dem Virus angesteckt hatte. Eine Patientin war für 2 Wochen wegen ernsterer Symptome zu Hause, 4 Patienten hatten Fieber, Schwäche und Gliederschmerzen und die anderen 3 Patienten zeigten nur leichte Krankheitssymptome. Die typischen Geschmacks- und Geruchsstörungen kamen sicherlich bei 7–8 der Patienten vor.

Bei 2 Personen wurden die Ehepartner bzw. die Familie auch positiv getestet, die anderen 8 Patienten blieben solitär.

 

4. Beobachtungen aus meiner Praxis

Die Pandemie spiegelt sich also auch bei meinen Patienten wieder.

Die Häufigkeit der Erkrankung und der Schweregrad des Krankheitsverlaufes verteilen sich jedoch auf eine große Zahl an Menschen und kommen deshalb nicht so konzentriert vor, wie es manchmal scheint. Wir sollten Ausnahmen nicht zur Regel aufwerten, aber dennoch Vorsicht walten lassen und Hygienerichtlinien befolgen.

Normal ist, dass Menschen krank werden können. Aber wie immer im Leben, es stirbt sich nicht so leicht, wie wir vielleicht glauben.

Was häufig ist, ist häufig. Was selten ist, ist selten!

Abschließend ist es nicht meine Aufgabe, zu erklären, was in Kliniken, in Intensivstationen in Deutschland oder auf der ganzen Welt passiert. Aber eines ist klar: Es gibt viele Gründe, warum schlimme Ereignisse geschehen, die in ihrem jeweiligen gesellschaftlichen, politischen und sozialen Umfeld verwurzelt sind. Alle sollten versuchen, konsequent zu sein und Maß zu halten.

 

5. Corona in Deutschland

Am 26.12.2020 befanden sich bei einer Testrate von 40 % der Menschen in Deutschland, also unter 33,7 Mio. Einwohnern, die getestet wurden, 1,6 Mio. positiv getestete Menschen. Das entspricht 4,4 % der getesteten Personen.

Die Infektionsrate der Gesamtbevölkerung in Deutschland beträgt fast 2 % (damit waren zum 26.12.2020 rund 98 % der Menschen Corona negativ).

Von den positiv getesteten Menschen sind fast 29.400 gestorben, was einer Sterberate von 1,84 % entspricht. Wohlgemerkt berechnet für einen Zeitraum von 9 Monaten! Ähnlich so in den USA. Bei uns in Deutschland sind das pro Monat 3.267 Todesfälle, pro Tag 109. Das ist natürlich eine hohe Zahl für eine Viruskrankheit! Eine gute Nachricht ist dagegen, dass erheblich weniger Menschen an anderen, schlimmen Infektionskrankheiten, die durch Bakterien hervorgerufen werden, starben. Dazu gehören u.a. Darmerkrankungen, Sepsis, Hepatitis etc.

Man kann darüber sogar wissenschaftlich streiten, wenn es normalerweise in Deutschland pro Tag 2.600 Todesfälle verschiedener Ursachen gibt. Aber z. B. im Vergleich zu der Sterberate durch den Opioidskandal in den USA, wo durch ein Medikament (Oxycodon) im Jahr 2019 138 Personen pro Tag starben, ist die Corona bedingte Sterberate bei uns auch hoch. Es ist eben alles relativ und durch unterschiedlichste Vergleiche, die von Laien nicht sofort einzuordnen sind, entsteht unsere allgemeine Unsicherheit.

Vergleichswerte zu anderen Viruserkrankungen:
Bei HIV haben wir seit 1984 bereits 94.000 Infizierte in Deutschland mit einer Sterberate von ungefähr 25 % zu verzeichnen (rund 24.000 Menschen), bei Ebola starben sogar 70–90 % der Infizierten.

 

6. Corona Impfungen

Hier liegen noch keine Ergebnisse vor, die eine verlässliche Prognose zulassen, ob und wann die Corona Pandemie Vergangenheit sein wird. Es bleibt uns hier nichts anderes übrig, als den Verlauf der Dinge abzuwarten.

 

7. Beobachtungen zum 03.01.2021

England und Deutschland

Impfungen:
Seit Mitte Dezember wurden in England 900.000 Menschen geimpft, in Deutschland 238.000.

Neuinfektionen im Vergleich zu den Corona Impfungen in den beiden Ländern:
Obwohl in England bei 56 Mio. Einwohnern trotz vergleichsweise hoher Impfzahlen s.o. nun 58.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages zu verzeichnen sind, liegen wir in Deutschland mit gerade 15.000 Neuinfektionen pro Tag bei ca. 80 Mio. Einwohnern nicht schlecht.

Unsere Reaktion in Deutschland:
Dennoch regen sich die Leute bei uns schon wieder auf: die Impfung sei verzögert, wir hätten zu wenig Impfstoff bestellt! Alle wissen es besser, können es besser. Und jetzt bescheinigen sie der Regierung auch noch Versagen. Die Welt ist verrückt!

Vergleich von Corona Zahlen in Bayern und USA
Warum gibt es in Bayern seit Beginn der Epidemie in Deutschland im Verhältnis zur Bevölkerungszahl die meisten positiv getesteten Menschen und Todesfälle?

Warum gibt es dagegen in den USA keine Unterschiede in der proportionalen Anzahl der positiv getesteten Menschen, obwohl die Staaten unterschiedliche Masken- und Lockdown Maßnahmen durchführten?

Empfehlung aus meiner Sicht:
Wir sollten Toleranz gegenüber den vielen widersprüchlichen Aussagen zum Thema Corona üben und uns als Gesellschaft sehen, die selbstverantwortlich für den Schutz der Alten, der Kinder, der sozialen und kulturellen Bereiche eintritt.

Beispiel Influenza Virus
Influenza verursachte im Jahr 2020 194.625 Infizierte, 2019 waren es 190.798 gemeldete Fälle! Quelle: RKI Bulletin 50/2020. Hier traten also gleich viele Erkrankungen auf, trotz Corona!

Mein Statement:
Wir können keine verlässlichen Schlussfolgerungen ziehen und müssen auf unseren gesunden Menschenverstand vertrauen, um das richtige Maß an Maßnahmen, Vernunft und Zuversicht bei jeglicher Art von Viruserkrankung zu halten.

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Grundsätzlich vergeben wir Termine telefonisch unter 06241/58437 oder via Praxis-E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an folgenden Tagen und Uhrzeiten:

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Darüber hinaus biete ich Telefonsprechstunden
montags und freitags
von 11.00 – 13.00 Uhr an.


Selbstverständlich können Sie mich auch über meine persönliche E-Mail Adresse
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kontaktieren. In der Regel antworte ich sehr zeitnah. 


Zusätzlich ist Frau Bingenheimer
Ihre Ansprechpartnerin montags ...
von 8:30 – 17:00 Uhr

... und Frau Gramminger freitags
von 9:00 – 12:00 Uhr

Sie nehmen auch an diesen beiden Tagen Terminvereinbarungen auf und treten in dringenden Fällen mit mir in Kontakt.

Zusätzlich stehe ich Ihnen die ganze Woche über Telefon, E-Mail und WhatsApp zur Verfügung. E-Mail Kontaktaufnahme: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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